Seit 1998 arbeitet VMware mit Virtualisierungen und hat eine ganze Branche aufgemischt. Viele Unternehmen vertrauen bereits seit Jahren auf die bewährte Technologie. Alles fing mit der VMware Workstation an und heute sind VMware vSphere mit VMware ESXi und dem VMware vCenter Server nicht mehr aus dem IT-Alltag wegzudenken.

Aber kommen wir nun zur Backupfalle VMware Snapshot. Jede normale virtuelle Maschine benötigt eine virtuelle Festplatte. Im Falle von VMware ist das dann eine VMDK-Datei. Um die virtuelle Maschine vor Fehlern nach Installation von Updates oder neuer Software zu schützen, haben die Entwickler den Snapshot eingeführt. Vor einer Neuinstallation, einem Update oder jeglicher anderer Manipulation an der virtuellen Maschine kann ein Snapshot erstellt werden. Das heißt, ab diesem Moment wird die ursprüngliche virtuelle Festplatte eingefroren. Sie wird zur NameDerFestplatte-flat.vmdk. Gleichzeitig wird eine neue Datei erstellt: der Snapshot. Er bekommt die Bezeichnung NameDerFestplatte-delta.vmdk. Jegliche Veränderungen werden ab jetzt auf dem Snapshot vorgenommen. Sollte irgendetwas schieflaufen, kann man wieder zur flat.vmdk zurückkommen. Das Problem besteht darin, dass es möglich ist, mehrere (bis zu 32) Snapshotlevel zu generieren. Vermeintlich ist jeder Snapshot ein Backup. Die Falle besteht nun darin, dass wenn auch nur ein Snapshot gelöscht wird oder korrupt geht, alle folgenden Snapshots völlig wertlos sind. Der Snapshot speichert ja nur die Veränderungen und nicht die kompletten Datensätze.

VMware selbst empfiehlt Snapshots nie länger als 24-72 Stunden zu verwenden. Tatsächlich lassen aber viele Firmen sogar ihren Server als Snapshot über Monate oder sogar Jahre laufen. Dabei büßt übrigens auch die Performance des Servers ein, weil die virtuelle Festplatte ständig zwischen der ursprünglichen flat.vmdk und einer oder mehrerer Snapshots zusammengesetzt werden muss. In jedem Fall sollten wirkliche Backups der kompletten VM erstellt werden und sämtliche Snapshots konsolidiert werden. Erst kürzlich kam eine Firma auf Digital Recovery zu. Der mit VMware virtualisierte Windows Server war auf einem ausgefallenen RAID-Storages komplett verloren gegangen. Nachdem unsere Ingenieure das RAID wiederhergestellt hatten, stellten sie fest, dass riesige Snapshots vorhanden waren und eins davon auch noch korrupt war. Nach ein paar Stunden harter Arbeit konnten die Spezialisten von Digital Recovery die VM vollkommen rekonstruiert an den Kunden übergeben.

Wenn sie sich den Gang zum Datenretter ersparen wollen, lassen sie keine dauerhaften Snapshots in ihrer VM zu und wählen sie eine professionelle Backupstrategie. Falls bei Wartungsarbeiten oder Neuinstallationen mal ein Snapshot zum Einsatz kommen sollte, aktivieren sie einen vCenter Server Alarm, der sie benachrichtigt, falls eine virtuelle Maschine auch im Nachhinein Snapshots benutzt. So fallen sie nicht mehr in die Backupfalle VMware Snapshot.

Teile diesen Beitrag!